Mir Hohnbacher sin oo Sachsen

Gemütlicher Nachmittag bei Kaffee und Erdbeertörtchen

Gemütlicher Nachmittag bei Kaffee und Erdbeertörtchen

Ich sollte eechentlich hier reenemachen, awer s geht...

Ich sollte eechentlich hier reenemachen, awer s geht…

Gugge ma, ich sah schon immer so hibsch aus

Gugge ma, ich sah schon immer so hibsch aus

Schiller, den kenn ich dor gar nich...

Schiller, den kenn ich dor gar nich…

Mar kann nich ma in Ruhe telefonier´n...

Mar kann nich ma in Ruhe telefonier´n…

Mensch, was is de mit Dir passiert?

Mensch, was is de mit Dir passiert?

Na komm, da krichste wenigstens en Lutscher...,

Na komm, da krichste wenigstens en Lutscher…,

Da wird nicht nur gelacht, sondern auch geklatscht

Da wird nicht nur gelacht, sondern auch geklatscht

Inge Steitmann bedankte sich bei allen im Namen der MBB - ein tolles Publikum

Inge Steitmann bedankte sich bei allen im Namen der MBB – ein tolles Publikum

Dass es meist Kaffee und Kuchen gibt, ist im Hohnbacher Seniorenverein keine Seltenheit, aber diesmal gab es als Sahnehäubchen noch eine kulturelle Bereicherung; den Auftritt der Bornaer Mundartbühne. Der sächsische Dialekt ist unsere Heimatsprache; die MBB wahrt das Erbe der Lene Voigt. In diesem Jahr kann die MBB ihr 20jähriges Jubiläum feiern, da kommt ein Auftritt vor den Hohnbacher Senioren gerade recht; dort lacht man auch gerne mal über paar lustige Sachen. Nach dem gemütlichen Kaffeetrinken kam de Pietzschen rei; sollte eechentlich reenemachen, awer so drecksch wars ja gar nich. Da folgte ihr Inge und da gibts ja meistens viel Neues. Es wurde nicht einfach etwas vom Blatt vorgelesen, sondern wie man eben unter Weibern so über alles Mögliche quatscht. Da fallen ooch gerne ma ganz schön harte Brocken; so is das Leben nu ma. Die Zuschauer verstanden es wohl, mussten über viele Sketche kräftig lachen und belohnten es mit Beifall. Guckt ma, so hübsch wie ich früher aussah, sehe ich heite noch aus; zeigte das Fotoalbum den Gästen. Da kommt der Neid hervor; ihr beste Freundin bezweifelte das allerdings. Dann kam Heike wollte auch was erzählen, aber da klingelte ihr Telefon. Zum sprechen kam sie allerdings nicht, weil ega Eene kam und schnell Wasser ham wollte. Da fragte sie : Wozu brauchst de du ega das Wasser? Antwort: Nu, weil mei Bette brennt! Die Nächste erzählte, dass sie gerne ma spazieren gehe. Da hab ich een von der Bahn gefracht, ob das gefährlich is, wenn ich mit eem Been of de Schiene trete. Der Bahner überlegte kurz und antwortete sachlich – nee, wenn se nich grade mit dem andern Been an de Freileitung komm! Apropos Bahn – da warten Zwee auf den Zug. Man kennt sich zwar nicht, aber man quatscht ja trotzdem. Aus der Neugierfrage “wo wolln Sie de hin”, wurde eine heftige Streiterei. Schiller, den kenne ich doch gar nich, wer soll de das sinn? Un wenn der die von Orleans gar nich kannte, woher will de der da wissen, dass die noch Jungfrau ist. Oh,oh. wir können froh sein, dass wir in Colditz keinen Bahnhof mehr haben; so eine giftige Streiterei hätte uns g´rade noch gefehlt. Doch dann kam de Pietzschen völlig zerwürscht rei. Inge fragte sie entsetzt: was is de mit Dir passiert??? Oh, das war ne Katastrophe; ich bin of em Bernkriebsch ausgerutscht und vor ne Straßenbahn geklatscht, die grade kam. Aber letztlich scheint noch alles gut gegangen zu sein. Als kleine Ablenkung schenkte ihr Inge en Lutscher. De Pietzschen freute sich, staunte aber, als sie ihn zum Probieren auspackte; der ist dor ganz klebrich. Inge beruhigte sie: Ja, den ham andre schon probiert; der war im Laden im Sonderangebot.
Dass dieser sächsische Humor gut ankommt, zeigen allein die Auftritte der MBB; im vergangenen Jahr waren es über 60. Jeden Monat gastieren sie in der Medianklinik Bad Lausick – es tut den Patienten sicher ausgesprochen gut. Aber ihre Auftritte gehen weit über das Bornaer Umland hinaus; sie gastierten schon oft in anderen Städten entlang der Elbe. Für Patienten mit chronischen Erkrankungen wirken ihre Benefiz-Auftritte wie Medizin. So hatten gestern die Hohnbacher auch wieder mal was zum Lachen. Und der MBB – alles Gute für die nächsten 20 Jahre!

spiegel

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