Am gestrigen Samstag hatte die Erlbacher Kirche zum nunmehr 15. Orgelkonzert eingeladen. Als Organist hatte Rico Feist Platz genommen; die Kirche war übervoll. Einst wurde die Orgel gespielt, um die kirchlichen Chorale zu begleiten. Das Repertoire von Rico Feist führte uns aber diesmal die Welt der Moderne; ein Abstecher mit Kurt Weill, Lloyd Webber, Elton John und anderen jüngeren, aber bekannten Komponisten. Es begann nach dem Glockengeläut und der Begrüßung durch Sabine Tilgner mit George Gershwins Summertime; einem aus klimatischer Sicht wohl ganz aktuellen Titel. Viele der auf der Orgel dargebotenen Titel waren dem Publikum bestens bekannt, eine regelrechte Einladung zum mitsingen. Egal ob Mackie Messer, Wenn ich einmal reich wär` oder Chim Chim Cheree, die Titel gingen durch ihre ganz spezielle Art der Darbietung auf der Orgel den Leuten in´s Ohr. Es war nicht nur ein musikalischer Genuss, den Rico Feist den Gästen bot, sondern auch ein gelunger Beitrag, unsere Kultur selbst auf dem Lande zu erhalten.
Inmitten der Ohrwürmer tauchte der Erbauer der Erlbacher Orgel, Friedrich Ladegast auf, erzählte den Besuchern noch einmal einen geschichtlichen Abriss. Nicht nur zum Bauwerk selbst, sondern auch zu Personen, die eng verbunden mit dem Gemeindeleben waren. Danach ergiff Sabine Tilgner noch einmal das Wort. Sie musste gestehen, dass die Programmgestaltung dieses Abends nicht ganz nach Plan laufen konnte. Als eine Art Ehrengast war zu diesem Orgelfest der mit Erlbach eng verwurzelte Mark Mobius erwartet worden; er hatte auch schon zugesagt. Es wäre die Gelegenheit gewesen, seinen 90. Geburtstag (16.8.) hier in dieser netten Runde zu feiern. Doch damit, dass er plötzlich am 15. April verstarb, hatte niemand gerechnet. Dennoch, mit seiner finaziellen Unter- stützung der Orgelrestau- rierung hat er sich in Erlbach ein kleines Denkmal gesetzt. Danach ging das Orgel- konzert nach Programm weiter; stets mit kräftigem Beifall. Lloyd Webber´s Phantom der Oper war nicht der Schluss; das Wort Zu-ga-be ertönte laut und so schwang sich Rico Feist nochmals an die Orgel, sich auf angenehme Weise von seinen begeisterten Gästen zu verabschieden. Er bedankte sich selbst bei ihnen, schließlich war es schon sein 3. Auftritt in diesem Hause. Er versicherte ihnen, dass er gern hier weile; es wäre ein angenehmer Ort mit einem netten Publikum. Schnell nach Hause brauchten sie allerdings nicht zu gehen, denn das Team, was federführend in den Vorbereitungesarbeiten war, hatte auch wie immer für einen kleinen kulinarischen Genuss gesorgt; Jeder konnte sich nach Belieben einen kleinen leckeren Happen aussuchen oder gar ein schmackhaftes Süppchen löffeln. Es wird den Gästen als ein angenehmes Orgelfest in Erinnerung bleiben; danke an alle Mitwirkenden, bis zum nächsten Orgelfest.
vorheriger Eintrag: Groove, Werte und orchestrale Kraft









