Noch sind Schulferien und da steht oft die Frage; was wollen wir denn mal gemeinsam unternehmen? Da besucht doch einfach ´mal Schloss Colditz und taucht in die über tausendjährige Geschichte dieses Herrscher- sitzes ein. Die Zeit ist nie stehengeblieben und da horchen wir ´mal ´rein. Vor der Schosskapelle trifft Michael Kreskowsky eine Familie und führt sie hinein, erzählt ihr so Vieles über diesen doch kleinen kirchlichen Raum. Damit man viele Gläubige unterbringt, wurde die Kirche umgebaut und durch mehrere Emporen übereinander Platz geschaffen. Eine wichtige Person war KF Friedrich der Weise. Er richtete nicht nur den Tiergarten, das heute älteste Tiergehege Deutsch- lands ein, sondern untertsützte auch Martin Luther mit seiner Reformation. Obwohl er ihn selbst nie traf, sorgte er für seinen Schutz und, dass ´mal eine Veränderung im Kirchenwesen stattfand. Er hatte einen absoluten Weitblick in eine gute Zukunft. Vor wenigen Wochen war sein 500jähriger Todestag. Im Fußboden entdeckte die Familie unter Glasscheiben einen gebuddelten Gang, durch das grobe Balkenwerk hinduch. “Den Eingang zum Fluchttunnel durch das harte Gestein zeige ich Euch dann auch im Keller”, so Michael. Was leider nicht mehr da ist, ist die Orgel. Da machte er einen Vorschlag – wir gehen in den Keller und ihr helft mir, eine neue zu basteln. So setzten die Buben Stück für Stück der vorgefertigten Teile vorsichtig zusammen. Nebenbei erklärte Michael ihnen aber, wie alles so funktioniert, damit am Ende ein guter Klang möglich wird, eine angenehme Art des Unterrichts. Und dann war es mit viel Eifer so weit; die kleine Orgel konnte Töne hervorbringen, wie eine ganz große. Die kleinen Orgelbauer waren selbst ganz begeistert, was sie da geschaffen hatten.
Inzwischen waren noch andere Gäste aus Nah und Fern eingetroffen, wollten sich das Schloss mit seiner Geschichte beäugen. Mit einem HISTOPAD gehen sie von Raum zu Raum, nehmen Einblick, wie diese einst im Mittelalter, wärend jener Zeit als Oflag IV C, Gefangenen- lager für alliierte Offiziere im 2. Weltkrieg oder danch in der DDR-Zeit als Krankenhaus genutzt wurden. Einstige Pflegekräfte erzählen jene Erlebnisse der damaligen Geschichte, die jungen Besucher hören aufmerksam zu.
Mit der modernen Technik kann man flugs Jahrhunderte überspringen, hat vor Augen, wie einst die jetzt kahlen Räume aussahen. Aber es geht nicht nur auf diesem Weg; in manchen Räumen, sind geschichtliche Relikte aus der mittelalterlichen Schlosszeit zu finden. Colditz ist eng verflochten mit der keramischen Entwicklung bis zum Porzellan. Auch das können Sie sich in den Vitrinen ansehen. Andere Relikte, die original aus der Zeit des Oflag IV C stammen, sind in den Vitrinen sichtbar. Es sind Belege, wie hinsichtlich des hohen Bildungsgrades der Gefangenen Dinge und Sachen entstanden, die dem Gelingen einer Flucht dienen könnten.
Ein Höhepunkt der Besucher ist der geplante Fluchtversuch mit einem Glider, der heimlich hinter einem Verschlag gebaut worden war. Das Original ist nicht mehr da, aber ein nachgebautes Modell und genau das wollen die Gäste gern ´mal live sehen.
Falls Ihr Urlaubsplan noch nicht 100%ig feststeht, so schieben Sie doch einfach einen Besuch im Schloss Colditz mit ein. Sie werden es nicht bereuen; Sie sind herzlich willkommen.
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