Es ist ein musikalischer Genuss, der Generalprobe Sachsens Jugend-Jazz- orchester beiwohnen zu dürfen. Am gestrigen Donnerstag fand sie in der Landesmusikakademie im Schloss Colditz statt. Eine harte Probewoche lag hinter den Jugendlichen zwischen 15 und 26 Jahren. Heute wird ihr 1. Auftritt in Werk2 in Leipzig, morgen im Kulturzentrum Plauen und am Sonntag im Jazzclub Tonne Dresden sein. In der letzten Probe sollten nun kleine Feinheiten den Abschluss finden.
In diesem Jahr hatte der Sä. Musikrat dem Nürnberger Künstler Johannes Ludwig (Baujahr 1988) mit dieser Aufgabe betraut, sein Können den talentierten, sächsischen Jugendlichen weiterzugeben. J. Ludwig hat selbst eine lange Karriere hinter sich, beherrscht mehrere Instrumente und hatte schon Auftritte in der halben Welt; Kanada, Griechenland, Indien, Israel, Südafrika und Ungarn. Seine Besonderheit, die er nun mit nach Colditz brachte, war das Repertoire – alle Stücke entstammten seiner eigenen Komposition. Es war eine klangvolle Verknüpfung von zeitgenössischer Musik mit dem Finden der Stille im eigenen Körper; ein Abstecher in eine seelisch beruhigende Welt. Schaute man ihm während der Titel zu, so hatte man den Eindruck, dass er selbst dieses Stadium der inneren Ruhe fand; er stand nicht still mit den Taktstock als Dirigent vor den Musikern. Alle Musikanten spielten auch nicht immer gleichzeitig; viele hatten ein Solo, wonach dann aber das Orchester wieder das Bild schloss. Von Ulrike Kirchberg (Sä. Musikrat) wollte ich gern wissen; wie sie denn diese hochgradig musikalischen Genies findet, sagte sie mir lächelnd, dass sie ständig unterwegs sei und alle Fachschulen, Akademien, Veranstaltungen besucht, aber auch manches Talent über die Medien entdeckt. Johannes Ludwig, Ulrike Kirchberg und das Team der Landesmusikakademie im Schloss war eine absolut tolle Kombination oder wie man es musikalisch ausdrücken würde – ein harmonischer, klangvoller Akkord.
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