Kirche Zschirla – Erntedank und Glockenjubiläum

Altarraum zum Erntedank und dem 25-jährigen Jubiläum der Glockenweihe 1995

Altarraum zum Erntedank und dem 25-jährigen Jubiläum der Glockenweihe 1995

Gottesdienst zum Erntedankfest

Gottesdienst zum Erntedankfest

Musikalische Umrahmung durch Mark Zocher (Orgel) und dem Kirchenchor Zschirla-Erlbach

Musikalische Umrahmung durch Mark Zocher (Orgel) und dem Kirchenchor Zschirla-Erlbach

1995 - 2 neue Glocken für die Zschirlaer Kirche

1995 – 2 neue Glocken für die Zschirlaer Kirche

Der Spender Armin Hänsel betrachtet noch einmal seine Glocken

Der Spender Armin Hänsel betrachtet noch einmal seine Glocken

auch die Gäste bestaunen die beiden Glocken

auch die Gäste bestaunen die beiden Glocken

Der Zug nimmt Fahrt auf gen Kirche

Der Zug nimmt Fahrt auf gen Kirche

dann werden sie vor den Altar getragen...

dann werden sie vor den Altar getragen…

Im Altarraum mit den Glocken - Armin Hänsel (li.) und Pfarrer Wolfgang Engewald

Im Altarraum mit den Glocken – Armin Hänsel (li.) und Pfarrer Wolfgang Engewald

Wer rastet der rostet - Armin Hänsel werkelt noch heute gern in seinem Gärtchen herum

Wer rastet der rostet – Armin Hänsel werkelt noch heute gern in seinem Gärtchen herum

Am vergangenen Sonntag wurde in der Kirche Zschirla nicht nur das Erntedankfest im Rahmen eines Gottesdienstes gefeiert, sondern das 25jährige Jubiläum der Einweihung und Segnung zweier neuer Glocken für die Kirche war der Höhepunkt dieses denkwürdigen Tages. Trotz Corona-Maßnahmen waren viele Besucher gekommen, diesem Tag ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
Der Gottesdienst begann mit einem Geläut der Kirchenglocken und dem anschließenden Zeremoniell des Erntedankfestes. Pfarrerin Angela Lau dankte in ihrer Predigt Gott, dass er uns auch in diesem Jahr eine reiche Ernte auf den Feldern und in den Gärten bescherte. Der Altarraum war entsprechend dieses Anlasses mit vielen Gaben geschmückt, zu zeigen, dass es uns doch gut geht und wir nicht klagen brauchen. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor Zschirla-Erlbach mit Kantor Mark Zocher umrahmt. Nach der Segnung ging es über in den 2. Teil des Anlasses dieser Zusammenkunft.
Mark Zocher, der Enkel des Spenders der beiden Glocken, hielt einen interessanten Vortag zur Geschichte dieser Glocken, untermalte ihn mit einigen Bildern. Ursprüglich stammten die Glocken noch von 1510 aus der alten Kirche. 1830 ware 1 von ihnen abgestürzt, die erst 1846 wieder durch eine neue ersetzt werden konnten. 1864 wurde die neue, heutige Kirche erbaut und geweiht; die Glocken wechselten ihren Platz. Es folgte der 1. Weltkrieg mit vielen Opfern auch aus dem Kirchspiel Zschirla. Um den Bedarf an Kriegsmaterial zur Herstellung von Waffen und Munition zu decken, wurden die Glocken aus der Zschirlaer Kirche abgeholt. Man fand sie später aber auf dem Hamburger Glockenfriedhof wieder, noch unversehrt und so konnten sie zurück geholt werden. Doch 1942, im verheerenden 2. Weltkrieg, wurden 2 der Glocken erneut abgebaut. Sie wurden nie wieder gefunden und so musste Zschirla mit nur einer Glocke all die Jahre auskommen.
Am 7. Mai 1995 erlebte die Kirchgemeinde Zschirla mit ihren zugehörigen Orten aber ein unvergessliches Ereignis – zwei neue Glocken, bei deren Guss am 17. März einige Zschirlaer / Kaltenborner zugegen waren, wurden genau an der Ortsgrenze Katlenborn – Zschirla auf einen Pferdewagen geladen. Toll geschmückt und von vielen alten und jungen Gästen, nahm das Gespann seine Fahrt Richtung Kirche auf. Dort wurden sie vom Wagen in den Altarraum der Kirche verbracht und in einem feierlichen Gottesdienst von Pfarrer Wolfgang Engewald gesegnet. Es wurde zu einem unvergesslichen Dorffest. Später mussten die beiden neuen Glocken mit viel Aufwand in den Glockenturm gebracht werden. Pfingsten 1995 erklang erstmals das komplette Geläut – weithin unüberhörbar.
Heute können diese Glocken genau nach den Regeln der Kirche entsprechend der Anlässe genutzt werden. Egal ob zur Information der Uhrzeit, einer Taufe, eines Gottesdienstes oder als letztes Geläut zu einer Beerdigung. Armin Hänsel, der Spender dieser beiden jüngsten Glocken, war über diesen Jahrestag sichtlich sehr ergriffen. Auch er ist seit jenem Tag 1995 um ein Viertel Jahrhundert älter geworden. Doch man sieht ihn noch in seinem Gärtchen herumwerkeln und kann ihm nur noch viele angenehme und gesunde Jahre wünschen.
Sein Enkel Mark Zocher, setzt die Pflege der kirchlichen Arbeit in beiden Gemeinden Zschirla und Erlbach mit viel Engagement fort. Er bewahrt damit einen angenehmen, dörflichen Zusammenhalt und ein Stück Kichenkultur.
Nach dem offiziellen Teil hatte die Gemeinde zu Kaffee und Kuchen eingeladen und wer es mochte, konnte in Gruppen hinauf in den Turm zu den Glocken steigen. Auch da erläuterte Mark Zocher den Besuchern noch einmal, zu welchem Anlass welche Glocke läutet. Und nun bitte Ohren zuhalten – ich lasse sie ´mal erklingen!

spiegel

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