Stilles Gedenken an Mark Mobius
Jüngst erreichte uns eine unerfreuliche Nachricht; Mark Mobius ist am 15.April diesen Jahres unerwartet verstorben. Obwohl Vieles heute schnell in Vergessenheit gerät, an ihn werden sich die Erlbacher noch lange erinnern; er setzte sich selbst in der Dorfkirche ein Denkmal. Die 1889 von der Firma Ladegast erbaute Orgel, die zwar 1952 schon einmal überholt wurde, war in die Jahre gekommen; eine Restaurierung tat kräftig not. Doch woher das Geld nehmen? Im kleinen Talörtchen Erlbach ist die Familie Möbius seit Generationen tief verwurzelt; Otto Möbius war einst sogar Kantor der Kirche. Im 19. Jahrhundert machten sich aus Deutschland Viele auf den Weg nach Amerika, selbst aus Erlbach. Dort begannen sie ein neues Leben, gründeten eine Familie. Am 16. August 1936 wurde im New Yorker Stadtteil Hempstead Mark Mobius geboren. Aus seiner Biografie ist zu entnehmen, dass er viel Wert auf Bildung legte; er studierte an vielen bekannten Universitäten und machte auch seinen Dr.. Jahrzehntelang war er beruflich weltweit unterwegs; verschaffte Denen; deren Idee einer Firmen- gründung nach seiner Prüfung zukunftsträchtig fand, das nötige Startkapital. Dort machte er auch keinerlei Abstriche, was die politische Linie jenes Staates war, deren Interessenten er unterstützen sollte. Warum er seine US-Staatsbürger- schaft einst ablegte, nur noch die deutsche trug, bleibt unbeantwortet. Sein “Hauptwohnsitz” war die letzten Jahrzehnte meist der Stadtstaat Singapur. Seine familiäre Bindung zu der ganzen, inzwischen gewachsenen Verwandtschaft hielt er stets liebevoll aufrecht. Egal, wo er sich gerade geschäftlich befand, er vergaß keinen Geburtstag oder freudigen Anlass. Das rechnen ihn seine Verwandten hoch an. Von Geld war dabei nie die Rede; er trennte rigoros das Geschäftliche vom Familiären. Dies erkennt man auch an seinem letzten Wunsch, der Bestattung. Er möchte im engsten Kreise seiner Familie zu Grabe getragen werden. Wir alle hätten ihn gerne zum diesjahrigen Erlbacher Orgelfest am 22. August begrüßt; ihm nachträglich zum 90. Geburtstag gratuliert. Leider kann ihn nur ein stilles Gedenken der Erlbacher begleiten und seine Gabe würdigen, die er mit der Finanzierung der Orgelrestaurierung den Erlbachern hinterließ.
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